Es gibt viele Möglichkeiten, Cannabissamen zum Keimen zu bringen: Papiertücher, ein Glas Wasser oder Wattepads. Doch für eine einfache, natürliche und risikoarme Methode ist die Keimung direkt in Erde unübertroffen. Dieser Leitfaden erklärt, wie man Cannabissamen direkt in Erde keimen lässt, und kombiniert dabei die bewährte 8-Schritte-Methode von Dutch Passion mit Expertentipps.
Cannabissamen Bodenkeimmethode in 8 Schritten
Warum Cannabissamen in Erde keimen lassen?

- Ahmt die Natur nach – Samen haben sich so entwickelt, dass sie im Boden keimen können.
- Weniger Beschädigungen durch unsachgemäße Handhabung – keine Übertragung/Beschädigung der empfindlichen Pfahlwurzel, z. B. durch die Verwendung von Papiertüchern
- Dutch Passion-Samen haben bei korrekter Anwendung eine garantierte Keimrate von über 90 %.
Bevor du mit der Keimung beginnst, wähle unbedingt den richtigen Behälter. Die Art des Cannabissamens (autoflowering oder photoperiodisch) beeinflusst die benötigte Behältergröße.
Profi-Tipp: Pflanzgefäße, die eine hohe Sauerstoffversorgung der Wurzeln ermöglichen, wie z. B. Air Pots, Filzsäcke und ähnliches, sind besonders empfehlenswert für die Anzucht in Erde. Sie gewährleisten eine optimale 360°-Belüftung der Wurzeln und fördern so ein kräftiges Wurzelwachstum.
Autoflower Samen:

Aufgrund ihres kurzen Lebenszyklus profitieren Autoflower-Samen davon, direkt im endgültigen Pflanzgefäß gekeimt zu werden. Dies erspart ihnen den potenziellen Stress und Zeitverlust durch ein späteres Umpflanzen in einen größeren Topf.
- Eine lange Pfahlwurzel entwickelt sich schnell und sollte nicht durch kleine Behälter eingeschränkt werden.
- Falls du mit einem kleineren Topf beginnen musst, verwende mindestens einen 1-Liter-Behälter und pflanze die Pflanze innerhalb der ersten 1–2 Wochen in den endgültigen Anzuchtbehälter um.
- Viele Züchter finden, dass ein Airpot/Filzsack mit einem Volumen von etwa 15-20 Litern / 4 Gallonen gute Ergebnisse für Autoflowering-Sorten direkt ab der Keimung liefert und eine Störung der Wurzeln verhindert.
Photoperiodische Samen:

Photoperiodische Pflanzen (normale Samen oder feminisierte Samen): Diese sind flexibler.
- Du kannst in kleinen (0,5-1 Liter) oder großen Töpfen beginnen und später umpflanzen.
- Beim Anbau feminisierter Samen oder regulärer Samen steuerst du die Dauer der vegetativen Wachstumsphase über den Lichtzyklus. Dies steht im Gegensatz zu selbstblühenden Pflanzen, die automatisch durch ihren Lebenszyklus sprinten.
- Achte darauf, dass deine Pflanzgefäße über eine ausreichende Drainage verfügen, um Staunässe zu vermeiden. Wie bereits erwähnt, erzielen belüftete Pflanzgefäße in der Regel die besten Ergebnisse.
Wie man Cannabissamen direkt in Erde keimen lässt

Schritt 1: Bereite den Boden vor

Verwende saubere, frische Erde mit wenig bis gar keinen zusätzlichen Nährstoffen. Sämlinge reagieren empfindlich auf nährstoffreiche Umgebungen, die Stress, verbrannte Blattspitzen und Wurzelschäden verursachen können. Ideal sind Anzuchterde, Blumenerde, leichte Substrate oder Kokosfasern.
- Leichte Erdmischungen sind luftig, enthalten eine geringe Menge an Nährstoffen und beinhalten oft Perlit für eine bessere Belüftung und Drainage.
- Das Kokossubstrat enthält fast keine Nährstoffe und hat eine offene, leicht belüftete Struktur, die das Wurzelwachstum fördert.
- Eine 50/50-Mischung aus Light Mix und Kokossubstrat bietet ein perfektes Gleichgewicht zwischen Drainage und Feuchtigkeitsspeicherung.
Schritt 2: Den Boden wässern

- Achte darauf, dass die Erde feucht, aber nicht nass ist. Zu viel Wasser kann dazu führen, dass Hanfsamen faulen oder im frühen Wachstum gehemmt werden, was zu enttäuschenden Ergebnissen führt.
- Ein kleines Glas Wasser pro 1-Liter-Topf reicht völlig aus. Leitungswasser ist in der Regel ausreichend; Flaschenwasser ist optional. Manche Grower verwenden eine Sprühflasche, um die oberste Erdschicht feucht zu halten, ohne Staunässe zu verursachen.
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Schritt 3: Den Samen in die Erde legen

Drücke eine kleine Mulde in die Erde und lege den Samen etwa 3–5 mm tief hinein. Wenn du ihn zu tief vergräbst, kann es sein, dass er Schwierigkeiten hat, die Oberfläche zu erreichen.
Schritt 4: Abdecken und sanft andrücken

Bedecke den Samen leicht mit Erde und drücke sie diese sanft an, um einen guten Kontakt zu gewährleisten. Manche Grower geben noch einen kleinen Spritzer Wasser hinzu, um die Erde um den Samen herum anzufeuchten.
Profi-Tipp: Nimm dir einen Moment Zeit, um den Behälter ordnungsgemäß mit dem Sortennamen zu beschriften. Viele Züchter vergessen das und können ihre Lieblingspflanzen dann nicht mehr identifizieren.
Schritt 5: Decke deine Töpfe mit Frischhaltefolie oder Plastikfolie ab.

Durch das Abdecken des Blumentopfs entsteht ein Mini-Gewächshaus, das die Erde warm und feucht hält. Steche ein paar kleine Löcher in die Folie, um die Luftzirkulation zu ermöglichen und eine Überhitzung zu verhindern.
Schritt 6: Wähle den richtigen Standort

Stelle deine Ausrüstung an einem Ort mit stabiler Temperatur (18–22 °C) auf, fern von direkter Sonneneinstrahlung und Wärmequellen. Dein Wohnzimmer ist oft ideal. Vermeide es, Behälter auf Heizkörpern oder Heizgeräten abzustellen.
Schritt 7: Auf die Keimung warten

Beim Keimen von Cannabissamen in Erde keimen die meisten innerhalb von 3–6 Tagen, es kann aber auch bis zu 10 Tage dauern. Sobald die Sämlinge die ersten Blätter zeigen, entferne die Frischhaltefolie.
Schritt 8: Kümmere dich um deine Sämlinge

Nach der Keimung die Sämlinge unter eine sanfte LED-Pflanzenlampe (ein 18/6-Lichtzyklus ist gut geeignet) oder in die Nähe eines hellen Fensters stellen. Vermeide in der ersten Woche starkes Licht oder Hitze und gib erst ab der zweiten Woche Nährstoffe hinzu.
Profi-Tipp: Sich langsam freisetzender Dünger (BioTabs sind bewährt und sehr empfehlenswert) gibt Mineralien und Nährstoffe nach und nach an dein Anbausubstrat ab. Dadurch reduzierst du deine Abhängigkeit von Mineraldünger in Flaschen – ideal für alle, die Probleme mit Über- oder Unterdüngung haben. BioTabs eignen sich für Erde, Erd-Kokos-Mischungen und reines Kokossubstrat.
Warnungen und häufige Fehler beim Keimen von Cannabissamen in Erde

Kaufe Cannabissamen von einer seriösen Samenbank
…Mit regelmäßig wechselndem, frischem Saatgutbestand. Kleinere und weniger seriöse Anbieter verkaufen mitunter ältere Samen, die nicht fachgerecht gekühlt gelagert wurden. Diese weisen zwangsläufig geringe Keimungsraten auf.
Vermeide es, die Samen zu beschädigen.
Viele Grower möchten sehen, wie ihre Samen vor der Aussaat aufbrechen, doch die Natur braucht keine Aufsicht. Vertraue deinen Samen im Boden. Werkzeuge zum Aufbrechen der Samen sind weder notwendig noch empfehlenswert, da sie gesunde Samen beschädigen könnten.
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Warum es nicht empfehlenswert ist, Samen in Wasser zu legen
Das Einweichen von Saatgut mag hilfreich erscheinen, kann aber tatsächlich Probleme verursachen. Besonders dann, wenn ein gekeimtes Saatgut mit bereits ausgebildeter Pfahlwurzel ein oder zwei Tage im Wasser verbleibt. Samen benötigen Sauerstoff zum Wachsen, doch durch das Einweichen wird die Luftzirkulation eingeschränkt, was zur Stagnation führt. Ältere Cannabissamen mit verhärteten Schalen könnten möglicherweise von einem bis zu 12-stündigen Einweichen vor dem Auspflanzen profitieren. Generell wird das Einweichen von Saatgut in Wasser jedoch nicht empfohlen und kann bei falscher Durchführung zu Problemen führen.
Vermeide es, die Samenschale vom Sämling zu entfernen
Dadurch kann das empfindliche Gewebe der Keimblätter (Jungblätter) beschädigt werden. Die Samenschale fällt normalerweise von selbst ab.
Vermeide Staunässe – der Boden sollte feucht, aber nicht nass sein
Viele Grower meinen, sie müssten den Boden täglich gießen. Davon raten wir dringend ab. Zu viel Wasser reduziert den Sauerstoffgehalt im Boden, wodurch die Samen faulen oder nicht keimen können. Feuchter, gut durchlüfteter Boden bietet das für eine gesunde Keimung notwendige Gleichgewicht von Sauerstoff und Feuchtigkeit. Überwässerung und Überdüngung sind die beiden häufigsten Fehler beim Cannabisanbau. Beides hemmt das Wachstum und beeinträchtigt die gesunde Wurzelentwicklung. Verwende ein Bodenfeuchtemessgerät (Tensiometer), um den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens genau zu bestimmen. Alternativ kannst du deine Pflanzgefäße wiegen.
Stelle die Pflanzbehälter nicht in direktes Sonnenlicht oder auf/neben Heizkörper
Direkte Hitze kann die Bodentemperaturen übermäßig ansteigen lassen und die Samen quasi „kochen“. Hohe Temperaturen in Verbindung mit eingeschlossener Feuchtigkeit unter der Frischhaltefolie können schnell zu Schäden an Saatgut und Keimlingen oder deren Absterben führen.
Vermeide die Zugabe von Nährstoffen während der Keimung und der ersten Wachstumswoche
Junge Sämlinge sind sehr empfindlich und haben zarte Wurzeln. Zu viel Nährstoffe können in diesem Stadium zu Überdüngung, Stress und Wachstumsstörungen führen. Warte etwa bis zur zweiten Woche, wenn die Pflanze mehrere Blätter entwickelt hat, bevor du vorsichtig düngst.

